Staub, Schweiß & Tuffstein

Weibern, 05.06.2026 Klaus Angel (Ahr.de)

Das Ende der Grundschulzeit lässt sich ganz bestimmt mit einer Riesenparty feiern. Oder mit einem Hammer in der Hand. Die Klassen 4a und 4b der Grundschule Kempenich haben sich kurz vor den Sommerferien für die Hammer-Variante entschieden.

Wie Kempenicher Grundschüler das Steinmetz-Handwerk für sich entdeckten

Weibern/Kempenich. Das Ende der Grundschulzeit lässt sich ganz bestimmt mit einer Riesenparty feiern. Oder mit einem Hammer in der Hand. Die Klassen 4a und 4b der Grundschule Kempenich haben sich kurz vor den Sommerferien für die Hammer-Variante entschieden: Sie tauschten die Klassenraum gegen einen Besuch beim Steinhauerverein Weibern mit einem Hämmerkurs.

Geschichte, die man anfassen (und hauen) kann

Natürlich war das Ziel der Reise kein Zufall. Hat doch das Steinhauer-Handwerk die Region rund um Weibern über Jahrhunderte geprägt – und tut es bis heute. Zunächst gab es das nötige Fundament im Kopf. Gisela Ebert, die zweite Vorsitzende der Heimatfreunde Weibern, führte die jungen Gäste durch das Weiberner Tuffsteinmuseum und zeigte ihnen, wie die Geschichte des Ortes mit dem Stein verwoben ist. Danach ging es ans praktische Tun. Mit großem Engagement, glühendem Feuereifer und den Klassenlehrerinnen Kerstin Weidenbach und Judith Saalmann im Schlepptau machten sich die Schüler daran, ihr eigenes Kunstwerk aus dem Stein zu meißeln.

Zum Ende ihrer Grundschulzeit wurde es für die 4a und 4b der Grundschule Kempenich in Weibern noch einmal richtig staubig! Sie hatten die Schulbank gegen einen Besuch beim Steinhauerverein Weibern getauscht. Zusammen mit erfahrenen Steinmetzen ging es mit vollem Einsatz zur Sache.

Erfahrene Steinmetze retten den Tuffstein vor dem Untergang

Man muss ehrlich sein: Wenn man einer Horde Viertklässler Hämmer gibt, kann das im Chaos enden. Doch die erfahrenen Weiberner Steinmetze hatten die Lage fest im Griff. Mit vielen Tipps und viel Geduld kümmerten sie sich um jedes Kind und dessen kreatives Projekt. So wurde aus einem rohen unbehauenen Tuffstein am Ende ein echtes, selbstgemachtes Kunstwerk für die Ewigkeit. Da so viel Handarbeit hungrig macht, durfte eine zünftige Vesper zur Stärkung nicht fehlen. Schließlich mussten die verlorenen Kräfte für den Endspurt reaktiviert werden. Für die Kinder war dieser Tag der perfekte, wenn auch staubige Schlusspunkt ihrer Grundschulzeit. Nach den Sommerferien trennen sich ihre Wege auf den weiterführenden Schulen- Aber die Erinnerung an diesen Abschlusstag bleibt – in Tuffstein gemeißelt.

Grundschüler/-innen aus Rieden zu Gast in Weibern

Weibern/Rieden 02.062026

Pünktlich um 9.15 Uhr erreichten 54 Grundschülerinnen und Grundschüler aus Rieden gemeinsam mit ihren Lehrkräften zu Fuß über den Berg das Ziel ihrer Exkursion: Weibern. Der Einladung des Steinhauervereins und der Heimatfreunde Weibern folgend wurden sie dort herzlich von Mitgliedern beider Vereine empfangen.

In drei Gruppen aufgeteilt, begaben sich die Kinder auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Welt des Tuffsteins. Sie erkundeten die Ausstellung im Tuffsteinmuseum, bestaunten historische Werkzeuge der Steinmetze und erfuhren, wie der berühmte Weiberner Tuff bereits seit der Römerzeit abgebaut und verarbeitet wird. Besonders beeindruckte die jungen Besucher, wie viel Kraft und handwerkliches Geschick früher nötig waren, um aus einem rohen Stein ein fertiges Werkstück zu schaffen.

Anschließend ging es auf einen Rundgang durch die Steinbrüche. Von der Plattform am Alten Berg aus konnten die Kinder den heutigen Tuffabbau mit modernen Maschinen beobachten – ein eindrucksvoller Kontrast zur historischen Arbeitsweise im Museum.

Ein weiterer Höhepunkt war das praktische Arbeiten: Unter Anleitung durften die Schülerinnen und Schüler selbst kleine Tuffsteine bearbeiten und ausprobieren, wie sich das weiche Vulkangestein anfühlt. Das fröhliche Hämmern mit Klöppel und Eisen erfüllte das Gelände des Steinhauervereins und sorgte für sichtbare Begeisterung.

Die Meisterwerke mit den eigenen Händen erschaffen.

e die Veranstaltung vom SWR aus Mainz, der einen eigenen Fernsehbeitrag über diese Aktion produziert.

Zum Abschluss entstand das obligatorische Gruppenfoto – natürlich mit den selbst geschaffenen kleinen Kunstwerken. Nach gut dreieinhalb Stunden voller Eindrücke und Erlebnisse machten sich die Kinder wieder auf den Rückweg nach Rieden.

Die Schüler/-innen mit ihren Steinen.

Der Besuch zeigte einmal mehr, wie lebendig und anschaulich Heimatgeschichte vermittelt werden kann – und wie viel Freude Kinder daran haben, die regionale Kultur aktiv zu erleben.

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